Kurz beantwortet: Ein Gerüst auf dem eigenen Grundstück ist in NRW baurechtlich verfahrensfrei – Sie brauchen keine Baugenehmigung. Sobald das Gerüst aber auf öffentlichem Grund steht (Gehweg, Straße, Parkstreifen), ist eine Sondernutzungserlaubnis der Stadt erforderlich. In der Praxis beantragt sie meist der Gerüstbauer für Sie.
Die Frage nach der Genehmigung hat also zwei Ebenen: das Baurecht (Landesbauordnung NRW) und das Straßenrecht (Straßen- und Wegegesetz NRW). Baurechtlich sind Gerüste als vorübergehende Anlagen verfahrensfrei – hier müssen Sie nichts beantragen. Straßenrechtlich gilt: Wer öffentliche Verkehrsfläche über den Gemeingebrauch hinaus nutzt, braucht eine Erlaubnis. Die Übersicht:
Wann ist eine Genehmigung nötig?
| Wo steht das Gerüst? | Erlaubnis nötig? | Zuständig |
|---|---|---|
| Vollständig auf dem eigenen Grundstück | Nein – verfahrensfrei | – |
| Auf dem Gehweg / Radweg | Ja – Sondernutzungserlaubnis | Stadt (Straßenbaubehörde) |
| Auf der Fahrbahn / dem Parkstreifen | Ja – Sondernutzung, oft zusätzlich verkehrsrechtliche Anordnung und Halteverbot | Stadt (Straßenverkehrsbehörde) |
| Auf dem Nachbargrundstück | Keine Behörde, aber Duldung des Nachbarn nach dem Hammerschlags- und Leiterrecht | privatrechtlich |
| An Bus-/Bahnanlagen, über Leitungen, an denkmalgeschützten Gebäuden | Sonderfälle – zusätzliche Abstimmung nötig | je nach Träger |
So läuft der Antrag ab
- Antrag stellen: Bei der Stadt, in deren Gebiet das Gerüst steht – zuständig ist die Straßenbaubehörde, in kleineren Städten oft das Tiefbau- oder Ordnungsamt. Viele Städte (auch Köln) bieten dafür Online-Formulare an.
- Angaben beilegen: Beanspruchte Fläche (Länge × Breite), Zeitraum, Lageskizze, ggf. Angaben zur Fußgängerführung (Mindestdurchgang, Beleuchtung, Schutzdach).
- Vorlauf einplanen: Je nach Stadt 1–3 Wochen Bearbeitungszeit – der Antrag sollte also deutlich vor dem Aufbautermin gestellt werden.
- Auflagen umsetzen: Typisch sind ein freier Gehwegdurchgang, rot-weiße Warnmarkierung, nächtliche Beleuchtung und bei Fahrbahnnähe eine Halteverbotszone.
Das Gute: Als Bauherr müssen Sie sich darum in der Regel nicht selbst kümmern. Wir beantragen die Sondernutzungserlaubnis für unsere Kunden mit, stimmen Auflagen wie Beleuchtung und Fußgängerschutz direkt mit der Behörde ab und weisen die Gebühren transparent im Angebot aus – ob in Köln, Leverkusen, Wuppertal oder Bergisch Gladbach.
Was kostet die Sondernutzung?
Die Gebühren legt jede Stadt in ihrer Sondernutzungssatzung fest; abgerechnet wird üblicherweise nach beanspruchter Fläche und Dauer. Dazu kommt bei Bedarf die Gebühr für eine Halteverbotszone. Gegenüber den Gerüstkosten selbst sind diese Gebühren meist überschaubar – wir weisen sie transparent im Angebot aus. Welche Faktoren den Gerüstpreis insgesamt bestimmen, steht im Artikel Was kostet ein Gerüst?
Ohne Erlaubnis? Keine gute Idee.
Eine ungenehmigte Sondernutzung ist eine Ordnungswidrigkeit. Es drohen Bußgeld, Gebühren-Nachforderung und im Ernstfall der Baustopp. Noch wichtiger: Passiert auf dem ungesicherten Gehweg etwas, stehen Haftungs- und Versicherungsfragen im Raum. Ein sauber beantragtes Gerüst schützt also nicht nur vor Ärger mit der Stadt, sondern vor allem die Passanten – und damit Sie als Bauherr.
Dieser Artikel gibt den Stand Juli 2026 für Nordrhein-Westfalen allgemein wieder und ersetzt keine Rechtsberatung. Maßgeblich sind die Satzungen und Auflagen Ihrer Stadt – wir klären das für Ihr Projekt konkret mit der zuständigen Behörde.
Genehmigung – gut zu wissen
Brauche ich für ein Gerüst auf meinem eigenen Grundstück eine Genehmigung?
Nein, in der Regel nicht. Gerüste sind in Nordrhein-Westfalen baurechtlich verfahrensfrei – für ein Gerüst, das vollständig auf Ihrem Privatgrundstück steht, ist keine Baugenehmigung nötig. Es muss aber fachgerecht nach den geltenden Vorschriften errichtet werden.
Wann brauche ich eine Sondernutzungserlaubnis für ein Gerüst?
Sobald das Gerüst öffentlichen Raum in Anspruch nimmt – also auf Gehweg, Straße, Radweg oder Parkstreifen steht. Dann muss vor dem Aufbau eine Sondernutzungserlaubnis bei der Stadt beantragt werden – zuständig ist die jeweilige Straßenbaubehörde, in Köln geht das online über das Serviceportal der Stadt.
Wer beantragt die Gerüst-Genehmigung – Bauherr oder Gerüstbauer?
In der Praxis übernimmt das meist der Gerüstbauer, weil er die nötigen Angaben (Fläche, Zeitraum, Aufbauzeichnung) ohnehin hat. Wir beantragen die Sondernutzungserlaubnis für unsere Kunden mit und kalkulieren die Gebühren transparent ins Angebot ein.
Was kostet eine Sondernutzungserlaubnis für ein Gerüst?
Die Gebühren richten sich nach der beanspruchten Fläche und der Dauer und unterscheiden sich je nach Stadt – maßgeblich ist die jeweilige Gebührensatzung. Wir weisen die Gebühren für Ihr Projekt transparent im Angebot aus.
Was passiert, wenn das Gerüst ohne Erlaubnis auf dem Gehweg steht?
Eine ungenehmigte Sondernutzung ist eine Ordnungswidrigkeit: Es drohen Bußgeld, Nachforderung der Gebühren und im Ernstfall die Stilllegung der Baustelle. Außerdem kann es bei einem Unfall Probleme mit dem Versicherungsschutz geben. Der Antrag vorab ist immer der günstigere Weg.